3.Runde Verbandsklasse Grp.1 2017/18
SWOB I vorübergehend Tabellenführer
Im vorverlegten Spiel der dritten Runde in der Verbandsklasse reiste die Oberhausener Spitzenvertretung von Schwarz-Weiß nach Essen. Mit zwei Ersatzspielern bestückt war es die Devise, dem Gegner auf Augenhöhe zu begegnen und den Grundstein für eine Saison ohne Abstiegsängste zu legen.
Und einer der beiden Ersatzspieler war es auch, der den Startschuss gab. Der 15-jährige Jens Kyas (Brett 7) legte für ihn gewohnt stürmisch los und sorgte dafür, dass bald schon eine sehr verwickelte Stellung auf dem Brett landete. Dieser wurde sein Gegenüber bereits nach zwei Stunden nicht mehr Herr, weshalb ihm nur noch übrigblieb, den Punkt beim Oberhausener Jungtalent abzuliefern.
Unter ganz anderen Vorzeichen hingegen stand die Partie von Holger Hortolani am zweiten Brett. Nachdem sein Remisangebot früh in der Partie abschlägig behandelt wurde, setzte er gewohnt routiniert fort und landete in einer dynamisch ausgeglichenen Stellung. Doch während Joachim Schwerdtfeger am Nebenbrett in ähnlicher Situation die Züge zum Remisschluss wiederholte, wählte Hortolani aktive Möglichkeiten, um seinen in Zeitnot befindlichen Gegner unter Druck zu setzen. Neben einer überwältigenden Stellung Überschritt sein Gegner zusätzlich auch noch die Bedenkzeit, was die Oberhausener deutlich in Front brachte.
Doch dann folgte alles Schlag auf Schlag. Zuerst beendete Jörg Kuckelkorn (5) seine Partie. In einer schneidig vorgetragenen Eröffnungsphase erarbeitete er sich eine gute Figurenstellung, sodass der Gegner, mittlerweile mit dem Rücken zur Wand, sich dazu gezwungen sah, einen Bauern zu opfern. Doch statt diesen zu schlagen übersah Kuckelkorn ein Zwischenschach samt Figurenverlust und musste Zähneknirschend aufgeben.
Etwas abrupt, aber durchaus mit gerechtem Ergebnis endete kurz darauf die Partie von Jochen Matthies (6). Nach ruhiger Eröffnung verbrauchten beide Seiten ihre Energie damit, abzuwarten und auf den richtigen Moment zu warten. Da dieser aber nicht von allein kommen sollte einigte man sich friedlich.
Ebenfalls unentschieden, aber mit einem deutlich spannenderen Verlauf, endete die Partie von Sven Heintze (8/Foto). In einer ihm gut bekannten Eröffnung konnte er eine falsche Zugfolge des Gegners gut ausnutzen und sich später durch einen taktischen Schlag gar ein materielles Übergewicht erarbeiten. Doch leider fehlte es seinen Figuren etwas an Koordination, sodass sein Gegner genug Gegenspiel erreichte, um eine Zugwiederholung zu forcieren.
Beim Stand von 3,5 - 2,5 hing nun alles an Pascal Pütter (1) und Severin Matthes (4).
In einer wilden Partie am Spitzenbrett ging es heiß her. Nach einer vorbereiteten Variante fand sich Pascal Pütter in einer Traumstellung mit deutlichem Bedenkzeitvorteil wieder. Doch wie es oft so ist, konnte sich der Oberhausener zwischen all den gewinnbringenden Möglichkeiten nicht entscheiden, und vergriff sich sogar so böse, dass er hätte verlieren müssen. Doch mit wenig Zeit erspähte das Essener Spitzenbrett diese Gelegenheit nicht und trieb Pütter König bis kurz vor seine eigene Grundreihe, im sicheren Wissen, ein Mattnetz zu stricken. Doch da der König auch eine aktive Figur sein kann, war es letztlich der Essener König, der sich tödlichsten Gefahren nicht mehr erwehren konnte.
Mit dem nun gewonnenen Kampf im Rücken versuchte Severin Matthes noch lange, sein Endspiel mit Minusbauer zu verteidigen. Doch auch wenn Turmendspiele sprichwörtlich immer Remis sind, so fand sein Gegenspieler immer neue Ressourcen, um noch einen zweiten Bauern zu erobern, der letzten Endes die Niederlage einläutete.
Mit einem Spiel mehr konnte Schwarz-Weiß zumindest für eine Woche an die Spitze der Tabelle springen. Doch selbst, wenn dies nur eine Momentaufnahme darstellt, so ist spätestens jetzt klar: Mit den Oberhausenern ist diese Saison definitiv noch zu rechnen!
| Br. | Rangnr. | Wacker Bergeborbeck I | - | Rangnr. | SWOB I | 3½:4½ |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1 | Landscheidt, Heinz | - | 1 | Pütter, Pascal | 0:1 |
| 2 | 2 | Dahlhaus, Friedhelm | - | 3 | Hortolani, Sven-Holger | 0:1 |
| 3 | 3 | Grodotzki, Thomas | - | 4 | Schwerdtfeger, Joachim | ½:½ |
| 4 | 4 | Mombeck, Michael | - | 5 | Matthes, Severin Johannes | 1:0 |
| 5 | 5 | Brandhorst, Dieter | - | 6 | Kuckelkorn, Jörg | 1:0 |
| 6 | 6 | Schädlich, Andreas | - | 8 | Matthies, Jochen | ½:½ |
| 7 | 7 | Alinsug, Salvadore | - | 10 | Kyas, Jens-Stefan | 0:1 |
| 8 | 8 | Grimke, Michael | 17 | Heintze, Sven | ½:½ |
Nur eine Stunde benötigte Neuzugang Armin Mühlberger an Brett 7 um seinen Erfolg aus der Auftaktrunde zu wiederholen. Gegen seine jugendliche Gegnerin eroberte er erst 2 Bauern, bevor er die sturmreife Stellung mit einem Damen- und Punktgewinn beendete. Josef Wilms (8) erhöhte eine halbe Stunde später nach größerem Materialgewinn auf 2:0. Mit diesem beruhigenden Vorsprung einigte sich Jürgen Schmidt (2) nur fünf Minuten später auf ein gerechtes Remis zum 2½:½ Stand aus Oberhausener Sicht.
Zunächst gab es ein Gastgeschenk. Am Spitzenbrett wartete Sven Heintze vergeblich auf seinen Gegner, und nach einer halben Stunde Karenzzeit hieß es bereits 1:0 für SWO. Nach 100 Minuten wurde das Spiel an Brett 3 friedlich beendet. Miguel Zimmer (SWO) hatte zwar gegen Klaus-Peter Fuchs nach der Eröffnung aus Sicht der Kiebitze eine gedrückte Stellung, doch gegen das errichtete Bollwerk fand Fuchs keinen Plan, und man einigte sich auf Remis. Den Ausgleichstreffer erzielte dann wenig später Lennard Faber (OSV) an Brett 7 gegen Larissa Barutta
Wie im Vorjahr holte sich Schwarz-Weiß Oberhausen gegen den Vizemeister GE Horst III mit 2½:5½ eine blutige Nase.
Der Beginn des Kampfes gehörte jedoch eindeutig den Gastgebern, die an den Brettern 1 und 3 stark aufspielten und sich Vorteile erarbeiten konnten. Das Spitzenbrett war es dann auch, das nach etwa 3,5 Stunden als erstes endete. Nach einem etwas holprigen Eröffnungsverlauf nutzte der Gegner von Pascal Pütter seine für einen Zug entstandene Chance zum Königsangriff nicht und fand sich alsbald in einer Stellung wieder, in der nur noch der Oberhausener gewinnen konnte. Richtig erkannte Pütter seine Gelegenheit und gewann einen Bauern, den er sicher zum Sieg verwertete und durch einen weiteren Materialverlust des Gegners nur beschleunigt wurde.