5. Runde Verbandsklasse Grp.1 2017/18
SWO I macht Boden gut
Im wohl richtungsweisenden Kampf der Verbandsklassensaison 17/18 mussten die durch den Ausfall von Christian Hibbeln ersatzgeschwächten Oberhausener zum Verbandsliga-Absteiger aus Dortmund Eving. Trotz dessen ging man nominell als leichter Favorit in den Kampf, denn die Dortmunder mussten gar auf zwei ihrer Stammspieler verzichten.
Etwa drei Stunden waren gespielt, als plötzlich eine Partie nach der anderen beendet wurde. Während die drei Partien an den ersten drei Brettern nahezu zeitnah remis gegeben wurden, hätte ihr Verlauf nicht unterschiedlicher sein können.
Angefangen mit Pascal Pütter am Spitzenbrett, der seinen Gegner in der Eröffnung überspielte, im Moment, als seine schwarzfeldrige Strategie gewinnbringend sein sollte, aber nicht die richtigen Mittel fand und letzten Endes nur ob seiner großen Aktivität noch ein Unentschieden erreichen konnte. Fast spiegelverkehrt war da die Partie von Holger Hortolani (2), der in der Eröffnung ein Bauernopfer annahm und die gesamte Partie über mit unentwickelten Figuren auskommen musste - dann aber zum Schluss selbst genug Aktivität entfalten konnte, um den halben Punkt zu retten.
Und schließlich remisierte auch Joachim Schwerdtfeger (3/Foto), der seinen Gegner vor leichte Probleme stellte, den isolierten Damenbauern des Gegners aber nicht gewinnbringend ausnutzen konnte.
Für den ersten vollen Punkt des Tages sollte dann Ersatzspieler Javier Miguel Zimmer (8) sorgen. In einer lange ausgeglichenen Partie war es sogar sein junger Gegner, der zeitweise gute Aussichten hatte. Doch Zimmer zeigte gut auf, dass Bauern nun einmal nicht zurücklaufen dürfen, und sammelte einen weit vorgerückten Bauern nach dem anderen ein, um das Endspiel siegreich zu bestreiten.
Mit der Führung im Rücken tat sich dann auch Jürgen Böcker (6) leichter, seine zwar bessere, trotz Mehrbauern aber nicht gewinnbare, Stellung zu remisieren. Zu stark war die gegnerische Dauerschachdrohung, als dass mehr als ein halber Punkt möglich war.
Die kurz darauf beendete Partie von Jörg Kuckelkorn (5) war es dann, die den Kampf für die Oberhausener nicht mehr verlierbar machte. In einer wilden Partie bereits früh mit einem Figurenopfer seines Gegners konfrontiert, fand der Oberhausener nicht immer die richtige Antwort und gab sogar seine Mehrfigur zurück. Doch auch sein Dortmunder Gegner zeigte sich nicht immer voll auf der Höhe, und so nutzte Kuckelkorn einen letzten Einsteller aus, um sich eine Mehrfigur im Endspiel zu sichern. Den dann anstehenden, technisch schwierigen Teil, absolvierte dieser dann mit Bravur zur vorrübergehenden 4-2 - Führung.
Jochen Matthies (7) war es dann vergönnt, den Siegtreffer zu erzielen. Gegen seinen unerfahrenen Gegner, der die Partie lange ausgeglichen gestalten konnte, nutzte er die kleinste Ungenauigkeit aus, um eine Qualität zu erobern. Konsequent eroberte er danach auch noch eine Figur, und auch wenn die Kiebitze schon prophezeiten, dass der Oberhausener König noch auf Abwege kommt, so löste Matthies sicher alle Aufgaben und setzte seinen Mehrturm zum vollen Punkt um.
Einzig Severin Matthes (4) musste am Ende seinen König auf der Oberhausener Seite umlegen. Früh büßte er einen Bauern ein, verteidigte sich aber gewohnt zäh und ressourcenhaft und bekam sogar noch Gegenchancen. Doch letzten Endes war es nicht genug, und so musste der Schwarz-Weiße nach gut fünf Stunden Spielzeit letzten Endes doch aufgeben.
Mit nun 6:4 Punkten steht die Spitzenvertretung von Schwarz-Weiß damit auf einem hervorragenden dritten Platz. Doch ein wenig trügt der Schein, denn es sind ebenfalls nur zwei Punkte Abstand auf einen Abstiegsplatz. Gegen die Schachfreunde vom SV Hamm geht es am vierten Februar darum, der eigenen Favoritenrolle gerecht zu werden, um frühestmöglich den Klassenerhalt absichern zu können - das angepeilte Saisonziel ist aber ob der aktuellen Lage durchaus als realistisch zu betrachten.
| Br. | Rangnr. | SV Rochade Eving I | - | Rangnr. | SWOB I | 3:5 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1 | Michalek, Christoph | - | 1 | Pütter, Pascal | ½:½ |
| 2 | 2 | Kleibaumhüter, Klaus | - | 3 | Hortolani, Sven-Holger | ½:½ |
| 3 | 4 | Hornung, Rüdiger | - | 4 | Schwerdtfeger, Joachim | ½:½ |
| 4 | 5 | Pahne, Dirk | - | 5 | Matthes, Severin Johannes | 1:0 |
| 5 | 6 | Jähnicke, Karl-Heinz | - | 6 | Kuckelkorn, Jörg | 0:1 |
| 6 | 7 | Regber, Karl-Heinz | - | 7 | Böcker, Jürgen | ½:½ |
| 7 | 17 | Sprungala, Erik | - | 8 | Matthies, Jochen | 0:1 |
| 8 | 18 | Krams, Amatus | - | 19 | Zimmer, Javier Miguel | 0:1 |
Bereits nach 25 Minuten musste der Gegner von Philipp Horwat an Brett 1 seine Partie verloren geben, da Horwat drohte, ein Turmendspiel mit zwei freilaufenden Randbauern zu erzeugen. Knapp zehn Minuten später gewann Marco Miguel Zimmer an Brett 5 seine Partie durch ein Matt im Endspiel. Er hat dabei irgendwie das Kunststück vollbracht, für die gesamte Partie weniger
Bereits nach einer knappen halben Stunde lieferte Ersatzspieler Philipp Horwat an Brett 7 ein gerechtes und ausgekämpftes Remis ab. Für den ersten Führungstreffer der Gäste zeichnete Bernd Limberg (3) verantwortlich. In gedrückter Stellung konnte er sich lange gut verteidigen, verlor aber irgendwann erst die Übersicht, dann Material und schließlich die Partie. Innerhalb weniger Minuten zogen die Horster durch 2 weitere Niederlagen von Jürgen Schmidt (2) und Josef Wilms (6) auf 3½:½ davon. Professionell sicherten die Horster Ihre Führung nun mit 2 Remisen zum gewonnenen Mannschaftskampf ab. Spitzenbrett Martin Herzog hatte gerade einen Bauern verloren, Ersatzspieler Nikolas Windheuser (8) gar derer zwei und mit der Punkteteilung bekamen sie ein Angebot, dass sie nicht ablehnen konnten.
Eigentlich war die Ausgangssituation für die Schwarz-Weißen klar: Man wollte nicht hoch verlieren. Doch der Spielverlauf zeigte, dass die Mannschaft Biss hat.