Viertelfinale Viererpokal Emscher-Lippe 2023/24
Knappes Pokalaus für Schwarz-Weiß
In der zweiten Runde des Viererpokals, welche zeitgleich bereits das Viertelfinale ist, reiste man nochmals verstärkt nach Gladbeck, schied jedoch am Ende knapp mit 1,5:2,5 aus.
Dabei rechneten sich die Oberhausener vor dem Kampf einiges aus, spielte man doch eine Klasse höher als die SG Gladbeck. Doch es wurde ersichtlich, dass die Favoriten auch an den einzelnen Brettern einen schweren Stand hatten.
Ein erster Überblick nach 2 Stunden zeigte ein gemischtes Bild für die Oberhausener An Brett 4 konnte Severin Matthes die Französischen Verteidigung seines Gegners mit dem Aljechin-Chatard-Angriff aufreißen und sich einen Mehrbauern mit komfortabler Stellung erarbeiteten, Holger Hortolani (3) war in eine verfahrene, sehr geschlossene Stellung gekommen, Jörg Kuckelkorn (2) konnte mit seiner Holländischen Verteidigung seinen Gegner früh zu unkonventionellen Zügen zwingen, stand aber unklar und Spitzenbrett Jens-Stefan Kyas hatte in einem geschlossenen Sizilianer eine sich noch im Ausgleich befindliche Stellung.
Es sollte dann noch etwa 1½ Stunden dauern, bis das erste Ergebnis eintraf. Hortolani hatte inzwischen um irgendeinen Fortschritt in der Stellung zu erzielen eine sogenannte „Qualität“ geopfert, doch konnte er trotz dessen in der Stellung nichts bewirken und einigte sich mit seinem Gegner auf Remis.
Eine viertel Stunde später musste Matthes die Waffen strecken. Nachdem er seinen Vorteil weiter ausbauen konnte, hatte er plötzlich fast keine Zeit mehr auf der Uhr, wie sich dann einige Züge später herausstellte, gab es bei der Uhr aktuell kein „Inkrement“, d.h. 30 Sekunden für jeden gespielten Zug, dazu. Nachdem der Fehler aufgefallen und behoben wurde, hatte Matthes jedoch bereits eine schlechte Stellung auf dem Brett, da er in den Entscheidenden Partiephasen nicht die nötige Bedenkzeit investieren konnte. Eine ärgerliche Niederlage für uns, ohne den Gastgebern der SG Gladbeck hier irgendwelche Vorwürfe zu machen. Fehler passieren nur einmal.
Nach etwas mehr als vier Stunden Spielzeit konnte Kuckelkorn jedoch den Kampf ausgleichen. Nachdem er mit seinem Gegner kurz vor der Zeitkontrolle war, beide Spieler hatten nur noch einige Minuten, und die Möglichkeit zu einem Dauerschach auf dem Brett hatte, informierte sich Kuckelkorn über den aktuellen Spielstand. Da es ½:1½ gegen die Schwarz-Weißen Stand spielte Kuckelkorn weiter und konnte nur einige Züge später die Partie sehenswert gewinnen. Nach dem Sieg im letzten Kampf gegen einen Gegner mit 2100 DWZ, gewann er jetzt gegen einen Gegner mit 2000 DWZ. Ein inoffizielles Plus von 50 DWZ-Punkten sprich da für sich. Der Viererpokal liegt Kuckelkorn diese Saison einfach.
Um nun aber noch weiterzukommen reichte den Oberhausenern ein Remis am Spitzenbrett, da man dann aufgrund der sogenannten „Berliner-Wertung“ weitergekommen wäre. Doch Kyas musste zu seinen Ungunsten in ein Damenendspiel mit Leichtfigur und Bauern abwickeln und verlor dabei zuerst einen Bauern. Sein Gegner zwang ihn später noch dazu aufgrund einer drohenden Bauernumwandlung die Leichtfigur zu geben. Kyas hatte zwar mit der Dame noch kleine Schummelchancen, doch da die Zeitkontrolle bereits überstanden war, konnte sich sein Gegner die Zeit nehmen und alle kleinen möglichen Tricksereien aus der Stellung nehmen und so gab Kyas nach fast 4½ Stunden zum 2½:1½ Endstand zugunsten der Gladbecker auf. Nach dem Sieg gegen die NRW-Klasse Mannschaft von Sterkrade-Nord nun das Ausscheiden gegen die Gladbecker aus der Verbandsklasse. Das zeigt, dass der Pokal „seine eigenen Gesetze“ hat, und die Oberhausener wollen versuchen im nächsten Jahr vielleicht auch wieder die einen oder anderen Überraschen. Der Gladbecker Mannschaft wünschen die Oberhausener noch viel Erfolg im verbliebenen Viererpokal.
| Br. | Rangnr. | SG Gladbeck 19/23 I | - | Rangnr. | SW Oberhausen I | 2½:1½ |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1 | Hassenrück, Helmut | - | 2 | Kyas, Jens-Stefan | 1:0 |
| 2 | 2 | Frohne, Gerd | - | 5 | Kuckelkorn, Jörg | 0:1 |
| 3 | 4 | Kruse, Peter | - | 7 | Hortolani, Sven-Holger | ½:½ |
| 4 | 8 | Busch, Udo | - | 8 | Matthes, Severin Johannes | 1:0 |
Nach der knappen Niederlage der letzten Runde im Lokalderby gegen Ligafavorit Sterkrade Nord II trennte man sich in der 3. Runde gegen die favorisierte Zweitvertretung von GE Kö.Spr. leistungsgerecht 4:4.
Dabei starteten die Schwarz-Weißen besser in den Kampf. Nach einer Stunde beendeten Armin Mühlberger und Jürgen Cziczkus ihre Partie. Beide wollten an Brett 8 nichts anbrennen lassen und vereinbarten früh Remis. Eine halbe Stunde später ging Schwarz-Weiß dann sogar in Führung, nachdem Spitzenbrett Peter-Michael Holdsch und Günther Grunwald (2) ihre Partien beendeten. Holdsch spielte gegen den 300-DW-stärkeren Lennart Faber und konnte in geschlossener Stellung ohne Chancen für beide Seiten remisieren. Grunwald konnte gegen den jungen Arseniy Klochko seine schachliche Erfahrung nutzen und diesen bereits nach 16 Zügen Schachmatt setzen.
In der Aufstellung Louis Ratkovski, Josef „Jupp“ Wilms, Timon von Roell, Daniel Borisov und „Paddy“ Vighaman war von vornerein Klar, dass es mit dieser jungen Mannschaft, welche durch Mannschaftssenior Wilms komplettiert wurde, ein schwieriger Kampf gegen die erfahrenen Gladbecker werden würde.
Der erste Hoffnungsschimmer kam auf Schwarz-Weißer Seite schon vor Beginn des Kampfes auf; waren die Sterkrader durch krankheitsbedingte Ausfälle doch nur zu dritt angekommen. So konnte Ersatzmann Michael Holl an Brett 4 bereits nach einer halben Stunde seinen kampflosen Sieg gegen den taktisch aufgestellten Peter Segat vermelden und somit Jens-Stefan Kyas als Mannschaftsführer ablösen, damit dieser sich auf seine Partie gegen Florian Stricker am Spitzenbrett konzentrieren konnte.