2.Runde Bezirksklasse 2019/20
Schwarz Weiß IV feiert Arbeitssieg gegen GE Horst IV
Mit einem knappen 4½:3½ Erfolg sammelten die Oberhausener als Aufsteiger 2 wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
Nichts für schwache Nerven war allerdings der Spielverlauf. Bereits nach 45 Minuten stand es 1:0 für die Oberhausener Heimmannschaft durch einen schönen Angriffssieg von Armin Mühlberger an Brett 7. Baute sich seine Gegnerin recht passiv auf, ergriff Mühlberger rasch die Initiative und öffnete das Spiel gegen den weißen König. Mit einem eleganten Räumungsopfer bereitete er dem feindlichen Monarchen schließlich den Garaus und setzte sogar Matt. Das erste Remisangebot des Tages erhielt nur eine halbe Stunde später Philipp Horwat (5). In einem ausgeglichenen Springer/Läufer Endspiel wollte sich keiner zu weit aus dem Fenster lehnen, und nach kurzer Rücksprache mit dem Mannschaftsführer war der Friedensvertrag unterschrieben. Nur 5 Minuten später der Ausgleich für die Gäste zum 1½:1½ Zwischenstand. Bernd Limberg (6) stand schon längere Zeit unter „Beschuss“ und wehrte sich nach Kräften. Aber irgendwann gingen Limberg die Verteidigungszüge aus, und er musste der gegnerischen „Armada“ den Zugang zu den königlichen Gemächern gewähren. Kurz vor dem unvermeidlichen Matt gratulierte Limberg seinem Kontrahenten zum verdienten Sieg.
Aber die Gelsenkirchener legten noch nach. Mannschaftsführer Jürgen Schmidt (3) hatte zwischenzeitlich ein Remisangebot ablehnen müssen auf Grund unklarer bzw. negativer Ergebnisprognosen, stand aber nie wirklich gefährdet. Unmerklich bereite Schmidts Gegner allerdings eine Abtauschserie vor, an dessen Ende ein undeckbares Matt stand. Damit nicht genug, geriet Dogan Günes (8) in seinem Turnierschach-Debüt nach überzeugendem Eröffnungs- und Mittelspielverlauf im Endspiel mit seinem Springer in eine Fesselung und durfte neben den Springer auch den ganzen Punkt beim Gegner abliefern.
Mit diesem 1½:3½ standen die Gastgeber nun mit dem Rücken zur Wand, waren doch an den restlichen 3 Brettern nicht unbedingt 3 volle Punkte für einen Mannschaftssieg zu erkennen. Die erfolgreiche Aufholjagd starten durfte Dirk Engling (2). Im Vorfeld ebenfalls ein Remisangebot abgelehnt, forcierte Engling das Tempo plötzlich und verleitete seinen Gegner zu einem groben „Bock“, welcher ihn Figur und Punkt kostete. Dieser Anschlusstreffer beflügelte offenbar auch das Nachbarbrett von Lars Stratmann (1). Nach zäher und langer Verteidigungsarbeit ging die Initiative langsam auf das Oberhausener Spitzenbrett über und kulminierte schließlich in einem Qualitätsgewinn. Das anschließende Endspiel Turm gegen Läufer „spuckte“ noch zwei weitere Bauern aus, die seinem Gegner das Weiterspielen schließlich endgültig verleideten.
Nun hing alles an Alessio Ciomperlik (Foto) an Brett 4. Sollte er seine Partie noch gewinnen, blieben die 2 Punkte doch noch in Oberhausen. Weit über 3 Stunden tasteten sich beide Protagonisten nur ab und gingen kein Risiko ein. Allerdings benötigte der Horster Spieler für seine Züge insgesamt deutlich mehr Zeit. Nachdem durch zahlreiche Abtausche ein optisch ausgeglichenes Endspiel entstand, zog der 14-jährige Nachwuchsspieler in beginnender gegnerischer Zeitknappheit das Tempo plötzlich an und baute ein druckvolles Angriffsspiel auf. Nachdem er zwei Bauern kassieren konnte stellte sein Gegner auch noch die Dame, und damit die Partie ein. Der fast nicht mehr für möglich gehaltene 4½:3½ Sieg war perfekt.
In der nächsten Runde am 03.11. wird es bei den SF Kirchhellen II ungleich schwerer etwas Zählbares mitzunehmen, da die Kirchhellener dem erweiterten Kreis der Aufstiegsanwärter angehören.
| Br. | Rangnr. | SW Oberhausen IV | - | Rangnr. | SV Horst-Emscher IV | 4½:3½ |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 25 | Stratmann, Lars | - | 25 | Bock, Timo | 1:0 |
| 2 | 26 | Engling, Dirk | - | 26 | Nikolaus, Maik | 1:0 |
| 3 | 28 | Schmidt, Jürgen | - | 27 | Nikolaus, Michael | 0:1 |
| 4 | 29 | Ciomperlik, Alessio Diego | - | 28 | Viciski, Mike | 1:0 |
| 5 | 30 | Horwat, Philipp | - | 29 | Kolmasüss, Marco | ½:½ |
| 6 | 31 | Limberg, Bernhard | - | 30 | Bock, Uwe | 0:1 |
| 7 | 33 | Mühlberger, Armin | - | 32 | Konietzka, Yvonne | 1:0 |
| 8 | 40 | Günes, Dogan | - | 4005 | Schlüter, Matthias | 0:1 |
Dabei begann der Kampf eigentlich sehr verheißungsvoll, als der Essener Mannschaftsführer mitteilte, das 8. Brett nicht besetzen zu können. Somit stand es schon 1:0 für die Oberhausener Gäste bevor auch nur der erste Zug aufs Brett kam. Den Ausgleich musste Marcus Schulz an Brett 5 hinnehmen. Sein Gegner opferte einen Läufer und legte Schulz‘ Königsstellung offen. Im weiteren Verlauf kostete der gegnerische Angriff zu viel Material und Schulz legte den König um. Nach ca. 2¾ Stunden die erste Führung für den Gastgeber. Robin Nierhaus hatte es überraschenderweise an Brett 7 mit dem nominell stärksten Essener Spieler zu tun. Zwar konnte man die 340 Wertungspunkte Unterschied nach Eröffnung und beginnendem Mittelspiel nicht auf dem Brett erkennen, aber trotz guten Spiels geriet Nierhaus immer mehr in die Defensive und musste sich schließlich dem Druckspiel beugen.
Im Verlauf der 1. Stunde machte sich mehrfach ein Smartphone bemerkbar, dessen Besitzer nicht ausfindig zu machen war. Da dieses einen Regelverstoß inklusive Verlust der Partie bedeutete, war natürlich niemand bereit sich als Eigentümer zu bekennen. Durch einen Zufall konnte nach einer Stunde am Brett 8 der Gegner von Armin Mühlberger als Übeltäter identifiziert werden, so dass Mühlberger in besserer Position den Punkt zugesprochen bekam.
Doch zunächst gingen die Schwarz Weißen durch Armin Mühlberger an Brett 8 in Führung. Sein Gegner, Nachwuchstalent Alexandru Cosovan, verlor in der Eröffnung das Rochaderecht und schickte seinen König unter Materialverlusten auf den Damenflügel, wo Mühlberger ihn nach nur 45 Minuten mattsetzte. Auf 2:0 erhöhte Dirk Engling (2
Der Kampf begann relativ ruhig. Nach 1 ½ Stunden trudelten dann die ersten Ergebnisse ein. Zuerst remisierte Mannschaftsführer und Spitzenbrett Pascal Pütter in ruhiger Stellung, und auch Holger Hortolani (2) konnte seine Partie in den sicheren Remishafen schiffen.